
Ostara – Frühlingstagundnachtgleiche
Zur Frühlingstagundnachtgleiche sind Tag und Nacht gleich lang. Dieses Gleichgewicht macht Ostara zu einem Fest der Balance und des Neubeginns. Symbolisch erlangt die Göttin ihre Jugend zurück, und die Tage werden nun wieder länger als die Nächte. Der Frühling wird neu geboren, die Sonne gewinnt an Kraft, und die Zeit des Wachstums und der Fruchtbarkeit beginnt. Licht und Dunkel stehen im Einklang – wir feiern das Ende des Winters ebenso wie den Beginn neuen Lebens.
Ostara ist ein Fest der Freude, der Lebenskraft und des Aufbruchs. Die letzten Schneeflocken sind geschmolzen, und der Winter zieht sich langsam zurück. Das Leben regt sich überall: Knospen öffnen sich, Tiere erwachen, und die Natur beginnt erneut zu wachsen. Wir feiern das Erwachen der Erde aus dem Winterschlaf und das Ende der kargen Winterzeit.
Dieses Fest ist auch unter verschiedenen Namen bekannt, etwa als Fest der Bäume, Eosar-Ritus, Alban Eilir oder einfach als Frühlingstagundnachtgleiche. Die Farbe von Ostara ist Grün, das für das neue Leben steht und symbolisiert, wie das Weiss des Winters vom frischen Grün der erwachenden Natur abgelöst wird.
Mythologische Bezüge
Der Name Ostara wird häufig mit der nordischen Göttin der Morgenröte in Verbindung gebracht, die als Lichtbringerin des Frühlings gilt. In manchen Überlieferungen wird sie mit älteren Göttinnen des Nahen Ostens, wie Astarte, in Beziehung gesetzt – eine der frühen Erscheinungsformen der grossen Göttin.
Der Mythos vom Osterhasen geht möglicherweise auf den Glauben an den heiligen Mondhasen zurück, der im Vollmond zu erkennen sein soll. Auch das Ei spielte schon in frühen Kulturen eine wichtige Rolle: Es galt als Symbol für Fruchtbarkeit, neues Leben und die Wiedergeburt der Natur. In manchen Mythen wird erzählt, dass eine göttliche Gestalt ein goldenes Ei hervorbrachte, aus dem neues Leben entstand.
Geschichtlicher Hintergrund
Der Name „Ostern“ wird oft mit der altgermanischen Göttin Ostara verbunden. Sie galt als Göttin des ersten Morgenlichts und als Lichtbringerin des Frühlings – jener Zeit im Jahreskreis, in der das Sonnenlicht wieder spürbar zunimmt.
Das christliche Osterfest gehört zu den ältesten Festen der Kirche. Für viele Menschen steht es heute im Zeichen der Auferstehung Jesu und lädt zur Besinnung ein. Bereits im Jahr 325 n. Chr. wurde auf dem Konzil von Nicäa festgelegt, dass Ostern jedes Jahr am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn gefeiert wird.
Alte Bräuche und Rituale
Viele Bräuche rund um Ostara spiegeln das Thema Erneuerung und Wachstum wider:
- Ein alter Brauch ist das Färben und Verstecken von Eiern, meist in Rot, als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben.
- Die rituelle Waschung mit Quellwasser galt als reinigendes Ritual und als Zeichen für einen frischen Neubeginn.
- Zu den traditionellen Speisen zählen gefärbte Eier, Honigkuchen und die ersten Früchte des Jahres.
- Beliebte Getränke waren Milchpunsch oder frische Fruchtsäfte.
- Nach dem bereits zu Imbolc begonnenen Frühjahrsputz konnte das Haus nochmals gründlich gereinigt werden, um symbolisch die letzten Spuren des Winters zu vertreiben.
- Blumen, Zweige und frühlingshafte Dekorationen wie Eier, Kränze oder Hasen bringen den Frühling sichtbar ins Haus.
- Um den 21. März wurde traditionell ein kleines Fest gefeiert. Dies konnte ganz schlicht sein – etwa ein Treffen mit Freunden, ein Spaziergang in der erwachenden Natur oder ein bewusstes Erleben dieses besonderen Tages.
- In vielen Regionen wurden an diesem Tag die Felder gesegnet. Symbolisch kann dies auch heute bedeuten, Wünsche für Wachstum und gutes Gelingen in den eigenen Projekten auszusprechen – sei es im Garten, auf dem Balkon oder im persönlichen Leben.



