Lammas – Lughnasadh – Fest der ersten Ernte

Lammas gehört zu den grossen Festen des Jahreskreises und ist unter vielen Namen bekannt, darunter Lughnasadh, Lammas, Haustblót, Schnitterfest oder Kornfest. Das irisch-gälische Wort Lughnasadh (gesprochen etwa „Lu-na-sad“) bedeutet sinngemäss „Zusammenkunft zu Ehren des Gottes Lugh“. Schon in frühen Quellen wird dieses Fest als der Tag der Reife der ersten Früchte beschrieben.

Im angelsächsischen Raum ist das Fest als Lammas bekannt, abgeleitet von hlaef-mass, was „Brotmesse“ oder „Fest des Brotlaibs“ bedeutet. Zu dieser Zeit wurden die ersten Brote aus dem neuen Getreide gebacken, gesegnet und gemeinsam gegessen – ein Zeichen der Dankbarkeit für die beginnende Ernte.

Lammas liegt im Hochsommer und ist das erste von drei Erntefesten. Es steht weniger für den Abschluss der Ernte als für die Freude über die Fruchtbarkeit des Landes und die ersten reifen Gaben der Natur. Das Korn wird geschnitten, so wie in den Mythen das Licht des Gottes Lugh symbolisch die Dunkelheit teilt.

In alten Überlieferungen wurde neben Lugh auch seine Ziehmutter, die Erdgöttin Tailtiu, geehrt. Ihr zu Ehren fanden Wettkämpfe, Versammlungen und Spiele statt, die Gemeinschaft und Zusammenhalt stärkten. Auch sogenannte „Taillteanische Hochzeiten“ gehörten zu den Bräuchen – zeitlich begrenzte Verbindungen, die nach einem Jahr erneuert oder beendet werden konnten.

Die Zeit der Reife und des Erntens

Lammas ist die Zeit, in der die Natur sichtbar Früchte trägt. Die Zweige biegen sich unter dem Gewicht reifer Früchte, und die Felder stehen golden in der Sonne. Mit Beginn der Ernte wird bewusst, dass die Arbeit der vergangenen Monate Früchte trägt.

Gleichzeitig erinnert das Fest daran, dass nicht alles vollständig ausreifen muss. Was zurückbleibt, wird Teil des natürlichen Kreislaufs und nährt den Boden für zukünftiges Wachstum. Nichts geht verloren – alles verwandelt sich.

Diese Zeit lädt dazu ein, auch im eigenen Leben zu schauen:

  • Was ist reif geworden?
  • Was darf geerntet werden?
  • Wofür kann Dankbarkeit entstehen?

Symbole und Bräuche

Lammas ist eng mit dem Thema Dankbarkeit und Fülle verbunden. Typische Bräuche spiegeln diese Haltung wider.

Räucherungen: Aloe, Rose und Sandelholz

Dekorationen: Kornpuppen oder Figuren aus Maiskolben, die Fruchtbarkeit und Ernte symbolisieren

Farben: Goldgelb und Orange – Farben der reifen Felder und der warmen Sommersonne

Innere Bedeutung des Lammas-Festes

Lammas lädt dazu ein, innezuhalten und die eigenen „Felder des Lebens“ zu betrachten. Die Zeit der Ernte beginnt – sowohl in der Natur als auch im übertragenen Sinn. Was durch Geduld, Pflege und Aufmerksamkeit gewachsen ist, darf nun angenommen und gewürdigt werden.

Gleichzeitig ist es eine Zeit des Dankens und des bewussten Vorbereitens auf die kommende Erntezeit. Mit Wertschätzung für das Erreichte und Vertrauen in den Kreislauf des Lebens können wir die Gaben annehmen, die uns das Jahr schenkt.